Und wieder soll es eine Olympiamedaille geben ...

Mit 15 Kader-Athleten nimmt der Schweizerische Ruderverband (SRV) den neuen Olympiazyklus 2009 bis 2012 in Angriff. Vom gescheiterten Achter-Projekt ist einzig noch Florian Stofer dabei. Er peilt nun mit André Vonarburg eine Olympia-Medaille im Doppelzweier an.

Ambitiös war das Achter-Projekt vor fünf Jahren in den letzten Olympiazyklus gestartet. In Peking wollten die rund zwölf Athleten letzten Sommer am prestigeträchtigen Olympia-Final teilnehmen. Verschiedene Probleme hatten das Projekt dann immer wieder zurückgeworfen, am Ende wurde die Olympia-Qualifikation mehr oder weniger knapp verpasst. Übrig geblieben ist ein Scherbenhaufen!

«Als ich mit den einzelnen Athleten über die Zukunft und die neuen Ziele sprach, stellte sich leider schnell heraus, dass bei den meisten die Motivation und Energie nicht mehr vorhanden war, noch einmal voll mitzumachen», sagte SRV-Direktor Christian Stofer bei der gestrigen Vorsaison-Medienkonferenz in Luzern.

Einzig sein Bruder Florian Stofer, der sich letztes Jahr vorzeitig aus dem Achter-Projekt verabschiedet hatte und zusammen mit Stefan Sax erfolglos in letzter Minute noch die Olympia- Qualifikation im Zweier-ohne angepeilt hatte, ist übrig geblieben. Der Sempacher bildet nun zusammen mit André Vonarburg, dem erfolgreichsten Schweizer Ruderer der letzten Jahre und Klubkollege, das neue Aushängeschild des SRV.

Vonarburg nochmals im Mannschafts-Boot

Der 17-fache Schweizer Meister und dreifache Olympiateilnehmer Vonarburg will sich nach acht Jahren im Skiff nochmals in ein Mannschaftsboot setzen und im Team den grossen Erfolg anpeilen. «Das ist ein sehr interessantes Projekt und ich freue mich riesig auf die Arbeit mit den beiden Top-Athleten», blickt Nationaltrainer Tim Foster in die nahe und ferne Zukunft.

Eine Olympia-Medaille anpeilen

Nach je vier Langstrecken- und Ergometer-Tests sowie drei Trainingslagern und insgesamt zwölf Kaderzusammenzügen sowie den abschliessenden Trials stehen nun die Boote und Kaderangehörigen für den neuen Olympiazyklus fest. Der SRV will mit einem schweren Doppelzweier (Stofer/Vonarburg) und zwei Leichtgewichts-Booten (Vierer und Zweier ohne Steuermann) bei den Männern sowie einem Leichtgewichts-Pool bei den Frauen möglichst viele Olympia- Quotenplätze an der WM 2011 in Bled (Sln) und dann bei den Sommerspielen 2012 in London den Gewinn einer Medaille anpeilen.

Neben Florian Stofer und André Vonarburg bilden Simon Niepmann (Seeclub Zürich) und Oliver Angehrn (Grasshopper Club) den Zweier- ohne, sowie Mario Gyr (Seeclub Luzern), Patrick Joye (Grasshopper), Lucas Tramèr (Club Aviron Vésenaz) und Silvan Zehnder (Seeclub Zürich) den Vierer-ohne. Im Athletinnen-Pool bei den Frauen figurieren Leichtgewichts-Skiff-Weltmeisterin Pamela Weisshaupt (Seeclub Küsnacht), Eliane Waser (Seeclub Luzern), Fabiane Albrecht (Seeclub Thun), Olivia Wyss (Seeclub Sursee), Tonia Iagovitina (Lausanne Sports), Debbie Birrer (Seeclub Zug) und Angelina Casanova (Belvoir Ruderclub Zürich).

Die drei Männer- und zwei bis drei Frauen-Boote bestreiten Mitte Mai die Internationale Regatta in Essen (De), danach alle drei Weltcup-Regatten in Banyolas (Sp), München und Luzern (10. bis 12. Juli), in denen sie die Limiten für eine WM-Teilnahme in Poznan (Pol) Ende August und die EM Mitte September in Brest (WRuss) erreichen müssen. Daneben stehen bis Anfang Juli vier nationale Regatten in Lauerz (abgesagt), Varese, Sarnen und auf dem Greifensee sowie die Schweizer Meisterschaften (4./5. Juli) in Luzern auf dem diesjährigen Wettkampfprogramm.