Nur zwei Schweizer Boote im A-Final - Pamela Weisshaupt mit Schweizer Bestresultat Ernüchternde Schweizer Bilanz am zweiten Tag des Weltcupfinals auf dem Luzerner Rotsee: Von acht Booten schafften nur zwei die A-Finalteilnahme. Die beiden Hoffnungsträger André Vonarburg und Florian Stofer wussten jedoch zu gefallen.

Im erst zweiten gemeinsamen Rennen auf internationaler Ebene verpassten Vonarburg/Stofer den angepeilten A-Final lediglich um 34 Hunderstelsekunden. Die beiden Sempacher hatten das Pech, im stärker besetzten Halbfinal um einen Platz in den Top-6 kämpfen zu müssen. Und dabei erwies sich die Gegnerschaft aus Deutschland, Estland und Grossbritannien (Bronzemedaillengewinner von Peking) noch als stärker. Vonarburg/Stofer büssten jedoch auf die siegreichen Deutschen Eric Knittel/Stephan Krüger lediglich 1,89 Sekunden ein. Ihre Zeit von 6:24,14 hätte im zweiten Halbfinal deutlich zum Sieg gereicht.

Die Tatsache, dass die beiden Weltcup-Regatten in Banyoles und München wegen einer schmerzhaften Rippenverletzung von Stofer ins Wasser gefallen waren, lässt für die Zukunft des Schweizer Paradebootes einiges erhoffen. Bis zur Weltmeisterschaft im polnischen Poznan Ende August bleiben noch sechs Wochen Zeit, sich in Topform zu bringen und an den Automatismen zu arbeiten. «Es ist sicherlich noch einiges drin für uns, vorerst aber wollen wir am Sonntag den B-Final für uns entscheiden. Das wird ein unheimlich schwieriges Rennen», sagt Vonarburg. Um sich für die WM zu qualifizieren, benötigen Vonarburg/Stofer heute Vormittag einen 10. Gesamtrang (4. Platz im B-Final).

Bestresultat durch Weisshaupt

Die Vorgaben für eine WM-Teilnahme erfüllt haben gestern die beiden Leichtgewichtler Pamela Weisshaupt und Frédéric Hanselmann, die beide mit dem Skiff in den A-Final fuhren. Mit dem 4. Schlussrang sorgte die Zürcherin schliesslich für das rangmässig beste Schweizer Ergebnis auf dem Rotsee. Der Lausanner Hanselmann erreichte Platz 5, nachdem er seinen Halbfinal noch für sich entscheiden konnte. Die A-Finals in den nichtolympischen Bootsklassen wurden bereits gestern ausgetragen.

Nachdem am Freitag sieben der acht Schweizer Boote die Halbfinals erreicht hatten, fiel die Bilanz gestern etwas ernüchternder aus. Regina Naunheim im schweren Frauen-Skiff (5.), Eliane Waser und Fabiane Albrecht im leichten Doppelzweier (5.), der leichte Vierer-ohne der Männer (5.) mit Patrick Joye, Mario Gyr, Lucas Tramèr und Silvan Zehnder, Nora Fiechter und Sara Hofmann im schweren Doppelzweier (5.) sowie der leichte Zweier-ohne bei den Männern mit Simon Niepmann und Oliver Angehrn (6.) konnten in ihren Halbfinals nicht um die Entscheidung mitrudern und bestreiten heute Vormittag alle die B-Finals.

Pech für die Veranstalter

Viel Pech also für die Veranstalter, weil sämtliche B-Finals heute Vormittag ausgetragen werden und damit am Nachmittag kein Schweizer Ruderer vor einheimischer Kulisse zu bewundern sein wird. Die Aufmerksamkeit der vielen Zuschauer aus dem In- und Ausland wird sich damit einmal mehr auf die Finalrennen der Paradeboote im Männer-Einer und Männer-Achter richten. Bei den Skiffiers kämpfen der dreifache Weltmeister Mahe Drysdale (Neus), der zweifache Olympiasieger Olaf Tufte (No) mit Tim Maeyens (Be) und Ondrej Synek (Tsch) um den Sieg. Im Achter wird interessant zu beobachten sein, ob Deutschland mit seinem neuformierten Boot bereits wieder an die früheren Erfolge anknüpfen kann. Mit Kanada, Grossbritannien, der USA, Holland und Polen sind die besten von Peking allesamt am Start.

Rotsee LU. Weltcupfinal. 2. Tag. Offene Kategorie. Halbfinals. Männer. Skiff. 1. Serie: 1. Mahe Drysdale (Neus) 6:58,85. 2. Ondrej Synek (Tsch) 7:00,84.
3. Mathias Rocher (De) 7:03,45. 2. Serie: 1. Olaf Tufte (No) 7:00,48. 2. Tim Maeyens (Be)7:01,06. 3. Mindaugas Griskonis (Lit) 7:02,78, alle im A-Final. ­ Doppelzweier. 1. Serie: 1. Matthew Trott/Nathan Cohen (Neus) 6:28,29. 2. Cédric Berrest/Julien Bahain (Fr) 6:31,47. 3. Luka Spik/Jan Spik (Sln) 6:33,99. 2. Serie: 1. Eric Knittel/Stephan Krüger (De) 6:22,25. 2. Allar Raja/Kaspar Taimsoo (Est) 6:23,22. 3. Matthew Wells/Stephen Rowbotham (Gb) 6:23,80, alle im A-Final. Ferner: 4. André Vonarburg/Florian Stofer (Sz) 6:24,14, damit im B-Final.

Frauen. Halbfinal. Skiff. 1. Serie: 1. Mirka Knapkova (Tsch) 7:42,03.
2. Emma Twigg (Neus) 7:47,49. 3. Frida Svensson (Sd) 7:52,46. 2. Serie: 1. Xiuyun Zhang (China) 7:44,63. 2. Katherine Grainger (Gb) 7:52,19. 3. Annick de Decker (Be) 7:57,51, alle im A- Final. Ferner: 5. Regina Naunheim (Sz) 8:03,08, damit im B-Final.

Hoffnungslauf. Doppelzweier: 1.
Laura Schiavone/Elisabetta Sancassani (It) 7:13,79. 2. Anna Reymer/Paula Twining (Neus) 7:16,02. Ferner: 5. Sara Hofmann/Nora Fiechter (Sz) 7:27,52, damit im B-Final.

Leichtgewicht. Männer. A-Final: 1. Duncan Grant (Neus) 7:11,22. 2. Mads Rasmussen (Dä) 7:12,94. 3. Lorenzo Bertini (It) 7:14,51.
4. Adam Freeman-Pask (Gb) 7:18,69. 5. Frédéric Hanselmann (Sz) 7:20,15. 6. Daisaku Takeda (Jap) 7:25,29. ­ Halbfinals. 1. Serie: 1. Grant 7:06,74. 2. Bestini 7:08,63. 3. Rasmussen 7:10,11. 2. Serie: 1. Hanselmann 7:03,54. 2. Freeman-Pask 7:04,65. 3. Takeda 7:06,55. ­ Zweier-ohne. 2. Serie: 1. Jean-Christophe Bette/Fabien Tilliet (Fr) 6:41,14. 2. Jacob Barsoe/Lasse Dittmann (Dä) 6:45,51. 3. Nicolas Moutton/François Marty (Fr) 6:46,39, alle im A-Final. Ferner: 6. Simon Niepmann/Oliver Angehrn (Sz) 7:05,25, damit im B- Final (wegen einer Verletzung von Oliver Angehrn musste das Schweizer Boot auf einen Start im B-Final verzichten). ­Vierer- ohne. 1. Frankreich 6:09,83. 2. Italien 6:09,96. 3. Grossbritannien 6:10,68. 2. Serie: 1. Tschechien 6:11,77. 2. Dänemark 6:11,78. 3. Deutschland 6:12,77, alle im A-Final. Ferner: 5. Schweiz (Patrick Joye/Mario Gyr/Lucas Tramèr/Silvan Zehnder) 6:16,89, damit im B- Final.

Frauen. Skiff. A-Final: 1. Alexandra Tsiavou (Grie) 7:57,46. 2. Laura Dilani (It) 8:00,22. 3. Erika Bello (It) 8:01,90. 4. Pamela Weisshaupt (Sz) 8:03,95. 5. Sina Burmeister (De) 8:04,60. 6. Juliane Rasmussen (Dä) 8:04,90. ­ Halbfinals. 1. Serie: 1. Milani 7:48,91. 2. Tsiavou 7:49,85. 3. Bello 7:50,90. 2. Serie: 1. Rasmussen 7:47,53. 2. Burmeister 7:48,15. 3. Weisshaupt 7:48,72. ­ Doppelzweier. 1. Serie: 1. Hester Goodsell/Sophie Hosking (Gb) 7:16,13. 2. Jo Hammond/Evi Geentjens (Be) 7:16,80. 3. Magdalena Kemnitz/Agnieszka Renc (Pol) 7:20,86, alle im A-Final. Ferner: 5. Eliane Waser/Fabiane Albrecht (Sz) 7:29,45, damit im B-Final. 2. Serie: 1. Triantafyllia Kalampoka/Christina Giazitzidou (Grie) 7:13,86. 2. Anja Noske/Marie-Louise Dräger (De) 7:15,18. 3. Lindsay Jennerich/Sheryl Preston (Ka) 7:15,19, alle im A-Final.