Vonarburg/Stofer um A-Final geprellt

In ihrem erst dritten Rennen auf internationaler Ebene gewannen André Vonarburg und Florian Stofer am Sonntag im Weltcupfinal auf dem Rotsee den B-Final im Doppelzweier. Ein zu spätes Forfait verunmöglichte eine noch bessere Rangierung.

 

Nur um 34 Hundertstelsekunden hatten die beiden Sempacher am Samstag im Halbfinal die Qualifikation für die Top-6 verfehlt. Die langjährige Erfahrung der Olympia-Dritten Matthew Wells und Stephen Rowbotham hatte im Endspurt den Ausschlag für die beiden Briten gegeben. Über Nacht aber zog sich Rowbotham eine starke Erkältung zu und musste schliesslich am Sonntagmorgen Forfait für den Start im A-Final geben. Leider erst nach 8 Uhr und damit zu spät für die beiden Schweizer, die zu ihrem Leidwesen nicht in den A-Final nachrücken durften. Stattdessen starteten sie wie vorgesehen im B- Final und brachten den Sieg souverän mit fast vier Sekunden Vorsprung nach Hause. Der A-Final wurde dafür unverständlicherweise mit nur fünf Booten ausgetragen.

Verärgerte Schweizer und Fans

Die beiden Ruderer, aber auch hochrangige Vertreter des Schweizerischen Ruderverbandes (SRV) verstanden das zögerliche Handeln der Renn-Verantwortlichen nicht. Es wäre für die gesamte Veranstaltung nur förderlich gewesen, wenn wenigstens ein Schweizer Boot am Sonntagnachmittag vor Tausenden von Zuschauern am Start hätte sein können.

Bestergebnis durch Weltmeisterin Weisshaupt

Weil sämtliche A-Finals der nichtolympischen Bootsklassen bereits am Samstag ausgetragen worden sind, waren die erfolgreichsten Schweizer Boote am gestrigen Finaltag auf dem Rotsee gar nicht mehr zu sehen. Leichtgewichts-Weltmeisterin Pamela Weisshaupt ruderte im Skiff auf den 4. Platz und lieferte damit das beste Schweizer Ergebnis ab. Ein sehr gutes Resultat für die Zürcherin, die wegen einer Verletzung die ersten beiden Weltcup- Regatten in Banyoles und München verpasst hatte.

Auf den ebenfalls sehr guten 5. Platz fuhr am Samstag Frédéric Hanselmann im Leichtgewichts-Skiff der Männer. Der Lausanner war dann am Sonntag doch nochmals zu sehen, weil er für den erkrankten Mario Gyr im leichten Vierer-ohne aushelfen musste. Das Olympia- Projektboot fuhr in der veränderten Besetzung im B-Final auf den 10. Gesamtrang. Ebenfalls in diesen Regionen bewegten sich Regina Naunheim im schweren Frauen-Skiff (9.), Nora Fiechter und Sara Hofmann im Frauen-Doppelzweier (10.) und Eliane Waser sowie Fabiane Albrecht im Leichtgewichts-Doppelzweier der Frauen (12.). Im B- Final nicht mehr angetreten waren Simon Niepmann und Oliver Angehrn im leichten Zweier-ohne. Auch Angehrn hatte krankheitshalber Forfait erklären müssen.

WM-Selektionen am Dienstag

Am Dienstag nimmt der SRV die Selektionen für die WM von Ende August im polnischen Poznan vor. Aufgrund der vorgegebenen Kriterien sollten Vonarburg/Stofer, Weisshaupt, Hanselmann und Naunheim selektioniert werden. Streng nach Kriterien wären auch Fiechter/Hofmann und der leichte Vierer-ohne in Polen dabei. Formkurve, Erkrankungen oder Verletzungen könnten hierbei aber noch ein Wörtchen mitreden.

Drysdale bester Skiffier

Auf internationaler Ebene sicherte sich der Neuseeländer Mahe Drysdale den Sieg im schweren Männer-Skiff. Der dreifache Weltmeister und Olympia-Dritte von Peking liess Doppel- Olympiasieger Olaf Tufte (No) im Final keine Chance und wiederholte auf dem Rotsee seinen Erfolg von 2007. Grosser Abwesender neben dem Schweizer Vonarburg war auch der Deutsche Weltmeister von 2002, Marcel Hacker. Dieser ist diese Saison in ein Mannschafts-Boot umgestiegen und holte sich auf dem Rotsee gleich den Sieg im deutschen Doppelvierer.

Deutschland-Achter wieder top

Nach seinem in Peking erlittenen Debakel hat sich der Deutschland-Achter auf dem Rotsee eindrücklich zurückgemeldet. Erstmals in dieser Zusammensetzung liessen die Deutschen den Medaillengewinnern von Peking keine Chance. Olympiasieger Kanada wurde mit 2,5 Sekunden Rückstand auf Platz 2 verwiesen. Der Olympiazweite aus England schaffte es lediglich auf Rang 4 hinter den Holländern.

Weltcup-Gesamtsieg an Grossbritannien

Deutschland, das die Weltcup-Wertung auf dem Rotsee gewann und in der Gesamtwertung aller drei Regatten hinter den Briten auf Platz 2 landete, verfügt über einen Riesenfundus an kompetitiver Achter-Ruderer. Auf dem Rotsee siegten jene acht Athleten, die bei der zweiten Weltcup-Regatta in München noch im Vierer-ohne die ersten beiden Plätze belegt hatten. Von jenen Ruderern, die in München im Achter siegten, war keiner dabei.