Deutschland-Achter gewinnt
Hanse-Cup vor Kanada Fünf Wochen nach dem überraschenden Gewinn der Goldmedaille bei der Ruder-Weltmeisterschaft in Posen ist dem deutschen Achter ein weiterer prestigeträchtiger Erfolg gelungen. Die Crew um Schlagmann Martin Sauer verteidigte ihren Titel beim 9. Hanse-Cup auf dem Nord-Ostsee-Kanal über 12,7 Kilometer von Breiholz nach Rendsburg (Schleswig-Holstein) und bleibt damit im Jahr 2009 ohne Niederlage.

Vor 100 000 Zuschauern verwies das Flaggschiff des deutschen Ruderverbandes in 38:20,5 Minuten Vizeweltmeister Kanada (38:44,8) erneut auf Platz zwei. Dritter wurde das Boot aus den USA (39:02,09) vor Großbritannien (40:04,00). Der WM-Dritte aus den Niederlanden hatte seinen Start bei der längsten Ruderregatta der Welt unter der Woche wegen Krankheit einiger Athleten abgesagt.

Für die deutschen Ruderer, die für den Sieg 10 000 Euro kassierten, war es bereits der siebte Erfolg in Rendsburg. Nur 2005 (Cambridge) und 2006 (USA) hieß der Sieger nicht Deutschland. Bundestrainer Ralf Holtmeyer musste den Gold-Achter von Posen kurzfristig umbauen. Für den erkrankten Filip Adamski rückte Hanno Wienhausen aus dem Vierer ohne Steuermann ins Team. «Gut, dass Hanno mit nach Rendsburg gekommen ist. Sonst hätten wir ein Problem gehabt», sagte Holtmeyer. Doch weder die personelle Umstellung noch die widrigen äußeren Bedingungen mit starkem Seitenwind und Schauern brachte den Achter vom Erfolgskurs ab.

Holtemyer: «Die Mannschaft ist ein gutes Rennen gefahren. Wir wollten über die ersten 2000 Meter ins Rennen reinkommen und dann immer mehr Fahrt aufnehmen. Das ist uns gelungen.» Auf dem ersten Viertel der Strecke erwiesen sich Kanada und die USA als hartnäckige Konkurrenten. Vor allem mit den Amerikanern lieferte sich Steuermann Sauer im Kampf um die Ideallinie ein hartes Duell. Gleich mehrmals berührten sich die Ruderblätter beider Boote. «Ganz so aggressiv hätte Martin nicht rudern müssen, doch er war das erste Mal in Rendsburg dabei. Er kennt eben die Strecke noch nicht», meinte Holtmeyer.

Ab Kilometer drei konnte sich der deutsche Achter allmählich absetzen. «Die fahren technisch am saubersten», meinte der britische Coach Jürgen Grobler. Bereits nach zwei Drittel der Strecke gab es keinen Zweifel mehr am deutschen Erfolg. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Rekordsieger bereits zehn Sekunden Vorsprung. Bis zum Zieleinlauf unter der Rendsburger Hochbrücke hatten Sauer & Co. 24 Sekunden sich zwischen sich und das kanadische Boot gelegt.

Bis zuletzt war fraglich, ob das Rennen überhaupt gestartet wird. Denn am Vortag mussten alle Wettbewerbe, unter anderem auch der Sprint-Cup der Achter, wegen zu starken Windes und hohen Wellengangs auf dem Kanal abgesagt werden.