Allgemeines: Trainerherbst-Tagung in Magglingen «Technik lernen: Neue Ansätze und Best Practice» lautete das Thema der Swiss Olympic Trainerherbsttagung am Bundesamt für Sport BASPO in Magglingen. Zu den Referenten gehörten auch Olympia- Headcoach Gian Gilli und der designierte Eishockey-Nationaltrainer Sean Simpson.

Die Technik im Sport muss bereits im frühen Kindesalter gelernt werden. Dies ist in der Praxis schon länger bekannt. Die Sportwissenschafterin und Psychologin Kathrin Hille (Ulm) bestätigte diese Erkenntnis anhand der Neurowissenschaften. Das Gehirn adaptiert sich an die Aufgaben, die an uns gestellt werden. Diese sogenannte Neuroplastizität ist im ersten Lebensjahrzehnt deutlich höher als im zweiten. Deshalb muss mit dem Techniktraining früh begonnen werden.

Wie das erfolgreiche Techniklernen in der Praxis vor sich geht, wurde in den Ateliers von Trainern und Athleten aus verschiedenen Sportarten vorgestellt. So erhielten die Fachleute einen breiten Überblick über die verschiedenen Methoden, die zu Topleistungen und Erfolgen führen.

Leistung am Tag X

Gian Gilli skizzierte die differenzierte Rolle des Trainers. Der Trainer sei einerseits Fachspezialist und Vorbild bei den Jüngsten. «Wir sagen immer die besten Trainer gehören in den Nachwuchs, aber wir leben es nicht», mahnte er. Bei älteren Athleten sei der Trainer mehr Betreuer, Motivator und auch Sinnbildner. «Er muss den Athleten den Sinn des harten Trainings für Spitzenleistungen aufzeigen können.» Gilli wies in seiner Funktion als Olympia- Headcoach auchauf die Bedeutung des Trainers am Tag X hin, wenn es für den Athleten gelte, die Bestleistung abzurufen.

Gilli strich ebenfalls den «High performance lifestyle» hervor. Ein Lebensstil der nicht nur Eigenverantwortung, Beharrlchkeit und Leistung beinhalte, sondern auch erlaube Grenzen zu überschreiten. «Das sind alles Stärken des Spitzensports, die wir auch in die Wirtschaft und die Gesellschaft hinaustragen sollten», so Gilli.

Schwierige Aufgaben

Sean Simpson zeigte seinen Weg vom Spieler beim SC Lyss zum sehr erfolgreichen ZSC-Lions-Trainer auf, der schliesslich zum Nationaltrainer berufen wurde. «Ich war kein grosser Spieler, deshalb wollte ich die zweite Chance als Trainer packen», so der England-Kanadier. Nach seinem Wechsel von Zug zu den ZSC-Lions sei er vor einer schwierigen Aufgabe gestanden. «Ich habe aber den Fokus von Anfang an auf die Champions League gerichtet, um den Spielern etwas Neues zu bieten», so Simpson.

Es sei auch schwierig als Trainer bei den Schweizer Spielern die richtige Linie zu finden. Sei er zu hart, sei es nicht gut, sei er zu weich auch wieder nicht. «Als Coach muss man deshalb einen Weg gehen, der dazwischen liegt.» Die Schweizer Spieler seien deshalb aber nicht schlechter. «Wenn sie einmal den richtigen Weg finden, können sie alles erreichen», so Simpson, der mit den ZSC Lions die Champions League gegen das scheinbar übermächtige Magnitogorsk gewann.