Am Dienstag hat der Schweizerische Ruderverband (SRV) die Selektionen für die EM und die WM bekannt gegeben. Die Zofingerin Olivia Wyss ist auf der Liste, ihre eigentliche Ruderpartnerin Pamela Weisshaupt jedoch nicht.
Michael Wyss, Zofinger Tagblatt
«Der leichte Doppelzweier war schlicht und einfach zu langsam», erklärt Christian Stofer, Direktor des Schweizerischen Ruderverbandes, weshalb das Boot mit Pamela Weisshaupt (Seeclub Küsnacht) und Olivia Wyss (Seeclub Sursee) nicht für die Europameisterschaften Mitte September und für die Weltmeisterschaften Anfang November selektioniert wurde, «die Darbietung in Luzern hat nicht für eine Berücksichtigung gereicht.» Weisshaupt/Wyss qualifizierten sich am Wochenende auf dem Rotsee zwar für den Halbfinal, mussten sowohl dort als auch im B-Final jedoch mit dem sechsten und damit letzten Platz vorliebnehmen.
Karten werden neu gemischt
Die Entscheidung gegen den leichten Doppelzweier bedeute nicht, dass das Frauen-Leichtgewichts-Projekt aufgelöst sei, sagt Christian Stofer, «aber das Duo Weisshaupt/ Wyss hat keine Zukunft. Dieses Boot hat unser Vertrauen genossen, aber wir konnten keine Fortschritte feststellen.» Deshalb werden im Herbst die Karten neu gemischt. Gut möglich also, dass Olivia Wyss, die zuletzt nicht wirklich mit Pamela Weisshaupt harmoniert hat, einfach eine neue Partnerin erhält. «Es ist uns bis jetzt nicht gelungen, den schnellstmöglichen Doppelzweier zu finden», erklärt SRV-Direktor Stofer, «wir hatten bis jetzt einfach den am wenigsten langsamen.»
Trotz dieser Enttäuschung gibt es für Olivia Wyss auch eine positive Meldung: Die Zofingerin wird als Ersatzfrau für den Doppelvierer an die beiden internationalen Titelkämpfe nach Portugal und Neuseeland reisen. Sollte sie im Doppelvierer nicht gebraucht werden, wird sie im Leichtgewichts-Einer an den Start gehen. «Im Vierer braucht es eine Ersatzfrau», sagt Christian Stofer, «und Olivia hat gezeigt, dass sie am besten mit allen anderen zusammenrudern kann. Sollte der Vierer ohne Probleme bleiben – und das hoffen wir – haben wir sie für den Einer vorgesehen, damit sie auch ein Trainingsziel hat.»
Olivia Wyss, die gestern wenige Minuten vor dem Besteigen des Flugzeugs nach Kanada vom Entscheid des Ruderverbandes erfuhr, zeigte sich sehr überrascht. «Es ist ein komischer Entscheid, damit hatte ich wirklich nicht gerechnet», sagte die 22-Jährige etwas konsterniert.