Die bis zu 48-jährige Rotsee-Infrastruktur rostet vor sich hin. Für die Modernisierung stellt die Stadt Luzern jetzt 5 Millionen Franken bereit.
Text: Emanuel Thaler, Neue Luzerner Zeitung
Bild: Philipp Schmidli, Neue Luzerner Zeitung
Die Ruderinfrastruktur am Rotsee ist in einem denkbar schlechten Zustand. Nur dank Vorsichtsmassnahmen konnte an diesem Wochenende der Weltcup- final stattfinden. Eines der Probleme ist der baufällige Zielturm von 1962: «Nur die Zielrichter und eine Kamera befinden sich noch im Turm», sagt OK-Präsident Urs Hunkeler. Alle übrigen technischen Geräte und der grösste Teil des Personals sind aus Sicherheitsgründen in einem Container am Ufer untergebracht. Bereits im nächsten Jahr sollen die Zielrichter komfortablere Bedingungen vorfinden.
Bis 2014 sollen am Rotsee 14 Millionen Franken in zeitgemässe Infrastrukturen investiert werden. Ein komplett neues Ruderzentrum kostet 8,4 Millionen Franken. Den Rest wollen die Initianten für einen neuen Zielturm, breitere Fussgängerwege und eine erneuerte Startanlage verwenden.
Stadt hat bereits gehandelt
Ihre Karten bereits offengelegt hat die Stadt Luzern: 5 Millionen Franken sind für die Sanierung in der Finanzplanung budgetiert, je die Hälfte 2012 und 2013. Dies bestätigte Stadtpräsident Urs W. Studer gestern auf Anfrage. Politischen Widerstand befürchtet er nicht: «Der Rudersport geniesst in Luzern einen hohen sportlichen und gesellschaftlichen Stellenwert.» Allerdings knüpft Studer den städtischen Beitrag an die Leistungsbereitschaft der übrigen Partner. Um die fehlenden 9 Millionen zu beschaffen, sollen Private sowie der Kanton und die Gemeinde Ebikon ins Boot geholt werden. Wie viel die Gemeinwesen übernehmen, ist noch unklar. Deshalb ist auch offen, wie viel Geld die Ruderer selbst akquirieren müssen. «Die Zielgrösse liegt bei einem Drittel der Gesamtsumme», sagt Hunkeler.
Neuer Verein geht auf Geldsuche
Um die finanziellen Beiträge in der Wirtschaft zusammenzutrommeln, gründeten dem Rudersport zugeneigte Kreise am Samstag den Verein Naturarena Rotsee. Als Präsident fungiert Verkehrshaus-Direktor Daniel Suter. «Wir werden jetzt das Gespräch mit Vertretern der Wirtschaft suchen, um deren Zahlungsbereitschaft abzuklären», sagt Urs Hunkeler, ebenfalls Vorstandsmitglied des neuen Vereins. Die Geschäftsführung übernimmt mit Cédric Habermacher der stellvertretende Geschäftsführer des Gemeindeverbands LuzernPlus. Nicht im Verein dabei sind Vertreter der Naturschutzverbände.
Dass es mit dem Rotsee vorwärtsgeht, freut Denis Oswald, Präsident des Weltruderverbandes und Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees. Wegen der perfekten Bedingungen ohne Wind und Wellen, welche die Rennen verfälschen könnten, nennen die Ruderer den Rotsee auch «Göttersee». «Rein von den Gegebenheiten her ist dies der beste See der Welt», sagt Oswald. Nun müsse auch die technische Infrastruktur auf diesen Level gebracht werden.
Die heutige Infrastruktur gehört der Stiftung Ruderzentrum Rotsee, der See ist im Besitz der Stadt Luzern.